Eine der häufigsten Fragen, die wir in Erstgesprächen hören: “Was kostet das ungefähr?” Und die ehrliche Antwort ist: Es kommt drauf an – aber nicht so, wie Sie vielleicht denken.
In diesem Artikel erklären wir transparent, wie Unternehmensberatung bepreist wird, was Sie für Ihr Geld bekommen sollten – und wann eine Beratung keine gute Investition ist.
Die verschiedenen Preismodelle
Tagessatz (klassisch, große Beratungen)
Große Unternehmensberatungen (McKinsey, BCG, Roland Berger) arbeiten fast ausschließlich mit Tagessätzen. Diese liegen für Senior-Berater zwischen 1.500 und 4.000 € pro Tag. Ein typisches Projekt dauert 3–6 Monate mit 2–5 Beratern – das können schnell 150.000–500.000 € werden.
Was Sie dafür bekommen: Umfangreiche Analysen, professionelle Präsentationen, Branchenvergleiche. Was Sie oft nicht bekommen: Jemand, der die Umsetzung begleitet.
Projektbasiertes Festpreismodell
Viele mittelständische Beratungen – darunter auch wir – arbeiten mit Festpreisen für definierte Projekte. Das schafft Kostentransparenz und gibt Ihnen klare Erwartungen.
Typische Größenordnungen:
- Analyse-Sprint (2 Wochen): 2.500–5.000 €
- Prozessoptimierung (2–3 Monate): 8.000–20.000 €
- Recruiting-System aufbauen (3 Monate): 6.000–15.000 €
- Skalierungsbegleitung (6 Monate): 15.000–40.000 €
Retainer (laufende Zusammenarbeit)
Für Unternehmen, die einen strategischen Partner auf Dauer wollen, bieten viele Berater monatliche Retainer an. Diese liegen typischerweise zwischen 1.500 und 5.000 € pro Monat und beinhalten regelmäßige Strategie-Sessions, Erreichbarkeit bei Engpässen und laufende Optimierung.
Was den Preis beeinflusst
1. Erfahrung und Track Record
Ein Berater mit 20 abgeschlossenen Projekten in Ihrer Branche ist teurer als jemand mit 3 Projekten – und oft günstiger, weil er schneller zum Ergebnis kommt.
2. Tiefe der Begleitung
Reine Strategieberatung (Analyse + Konzept) ist günstiger als Umsetzungsbegleitung. Letztere schafft aber oft mehr Wert, weil das Konzept tatsächlich umgesetzt wird.
3. Komplexität des Projekts
Ein Unternehmen mit 10 Mitarbeitern braucht andere Lösungen als eines mit 150. Mehr Komplexität = mehr Zeit = höherer Preis.
Wann lohnt sich Unternehmensberatung?
Die einfache Formel: Wenn der erwartete Mehrwert den Preis um ein Vielfaches übersteigt.
Beispiel 1: Sie haben 20 Mitarbeiter, jeder verliert täglich 1,5 Stunden durch ineffiziente Prozesse. Bei einem Stundenlohn von 30 € sind das 270 € täglich, über 60.000 € pro Jahr. Eine Beratung für 15.000 €, die das um 50% reduziert, hat einen ROI von über 100% im ersten Jahr.
Beispiel 2: Sie suchen seit 6 Monaten einen Facharbeiter. Der unbesetzte Job kostet Sie durch entgangene Aufträge und Mehrarbeit anderer Mitarbeiter 150.000 € pro Jahr. Eine Recruiting-Beratung für 8.000 €, die die Stelle in 6 Wochen besetzt, rechnet sich sofort.
Wann lohnt sie sich NICHT?
- Wenn Sie noch nicht bereit sind, wirklich etwas zu verändern
- Wenn Sie nur eine Bestätigung für bereits getroffene Entscheidungen suchen
- Wenn Ihr Unternehmen noch zu klein ist (unter 300.000 € Jahresumsatz – dann fehlt oft die Hebelmasse)
- Wenn Sie nicht aktiv an der Umsetzung teilnehmen wollen
Was Sie bei jedem Angebot prüfen sollten
Bevor Sie einen Berater beauftragen, klären Sie:
- Was sind die konkreten Ziele und wie werden sie gemessen?
- Wer arbeitet tatsächlich an Ihrem Projekt? (Nicht der Senior-Partner, sondern der Praktikant?)
- Was passiert, wenn die Ziele nicht erreicht werden?
- Welche Referenzprojekte gibt es in Ihrer Branche / Unternehmensgröße?
Fazit: Preis ist nicht gleich Wert
Der teuerste Berater ist nicht der beste – aber der billigste ist oft auch keine gute Wahl. Entscheidend ist: Was wird konkret geliefert? Und wer trägt die Verantwortung für das Ergebnis?
Wir glauben: Echte Beratung muss sich im ersten Jahr bezahlt machen. Sonst ist es keine Beratung – es ist eine Ausgabe.
Sie wollen wissen, ob und wie sich eine Zusammenarbeit für Ihr Unternehmen rechnet? In einem kostenlosen Erstgespräch machen wir eine ehrliche Einschätzung – ohne Verkaufsdruck.